Studien zur partnerschaftlichen Unterstützung bei Brustkrebs

Die Wirksamkeit partnerschaftlicher Unterstützung bei Brustkrebserkrankungen konnte von unserer Arbeitsgruppe bereits erfolgreich nachgewiesen werden.

Pilotstudie - CanCope

Von 2002-2005 fand eine erste Studie zur Untersuchung der Effektivität eines partnerschaftlichen Unterstützungsprogramms "CanCOPE" bei Brust- und gynäkologischen Krebserkrankungen statt.
Das Programm "CanCOPE" stammt ursprünglich aus Australien und wurde dort von Dr. Jennifer Scott und Prof. Dr. Kim Halford erfolgreich evaluiert. Frauen, die mit ihrem Partner an dem Programm teilnahmen, profitierten mehr als Frauen, die das Programm alleine - ohne Partner durchliefen oder aber an keinem speziellem Programm teilnahmen.
"CanCOPE" wurde für den deutschsprachigen Raum übersetzt und in einer Pilotstudie überprüft. 38 Paare nahmen an der Studie teil. Die Ergebnisse zeigten, dass beide Partner im Bereich individueller Belastung deutlich von dem Programm profitierten - depressive Beschwerden konnten reduziert werden, wohingegen persönliche Stärke, Lebensqualität und persönlicher Gewinn gesteigert wurden.

Somit konnte erstmalig für den deutschen Sprachraum gezeigt werden, dass ein partnerschaftliches Unterstützungsprogramm einen positiven Einfluss auf die Belastungen einer Krebserkrankung sowohl für die Patientin als auch für den Partner haben kann.

Fachpublikationen zur Studie:
Zimmermann, Heinrichs & Scott, 2006

Aufgrund dieser positiver Erfahrungen wurden ein neues partnerschaftliches Unterstützungsprogramm "Seite an Seite" für Paare, bei denen die Frau an Brust-, Eierstock- oder Gebärmutterkrebs erkrankt ist, entwickelt.

DFG - Studie

Von 2006-2008 fand die von der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) geförderte Studie zur Überprüfung der Effektivität des partnerschaftlichen Unterstützungsprogramms "Seite an Seite" an zwei Standorten - in Braunschweig und München - statt.
Insgesamt 72 Paare, bei denen die Frau innerhalb der letzten 6-8 Wochen die Diagnose Brust-, Eierstock- oder Gebärmutterkrebs erhalten hatte, nahmen an der Untersuchung teil.
Die Ergebnisse zeigen einen positiven Effekt auf die Belastung durch die Krebserkrankung bei der betroffenen Frau. Außerdem zeigten sich Verbesserungen im Bereich Kommunikation und Dyadisches Coping (gemeinsame Bewältigung der Erkrankung) bei beiden Partnern sowie ein Zunahme der sexuellen Aktivitäten.

Fachpublikationen zu der Studie:
Zimmermann & Heinrichs, 2011
Heinrichs, Zimmermann & Herschbach, 2010
Zimmermann, Baucom, Kelly & Heinrichs, 2009
Zimmermann & Heinrichs, 2008
Heinrichs & Zimmermann, 2008